07. April 2019

Tagesseminar mit Dr. Ádám Miklósi

"Neue Ergebnisse des sozialen Lernens von Hunden und Wölfen"

Beschreibung

Viele glaubten daran, man erzählte viele Anekdoten darüber, aber für lange Zeit gab es dafür keinen wissenschaftlichen Beweis: Können Hunde wirklich durch Beobachtung lernen?

In unserer Arbeitsgruppe, der Abteilung für Ethologie an der Eötvös Loránd Universität in Budapest (Ungarn), haben wir uns schon sehr viel mit der Hund-Mensch-Beziehung beschäftigt und wir haben auch vermutet, dass Hunde durch die Beobachtung von Menschen lernen könnten. In den letzten Jahren haben wir und Forscher in Wien viele solche Untersuchungen gemacht, die unsere Hypothese bestätigten. Es hat sich auch herausgestellt, dass Hunde nicht nur von Menschen, aber natürlich auch von anderen Hunden lernen können. Es sieht so aus, als ob Hunde dieses Talent von den Wölfen erbten, da auch die wilden Verwandten sehr gute Leistungen unter ähnlichen Testsituationen zeigen.

In einer Reihe von Versuchen haben wir beobachtet, ob Hunde ihre Aktionen durch die Aktionen des Menschen kontrollieren können. Als Beweis haben wir Hunden das "Mach mir nach!" Spiel beigebracht. In diesem Spiel zeigt der Mensch eine Aktion (z. B. springt hoch) und daraufhin sollte der Hund auch eine ähnliche Aktion auf Befehl machen ("Mach's mal!"). Nachdem der Hund schon 11 solcher Paarungen gelernt hatte, wollten wir wissen, welche Aktionen der Hund zeigt, wenn der Mensch ganz neue Aktionen vorführt. Diese Versuche zeigten, dass der Hund in diesen Situationen "ziemlich ähnliche" Aktionen macht, also kann der Hund wahrscheinlich den Unterschied zwischen neuen und alten Aktionen erkennen. Diese Versuche stützen die Annahme, dass Hunde vielleicht eine sehr primitive Form der Imitationsfähigkeit besitzen. Hunde haben auch ein sehr gutes Gedächtnis für Nachahmungslernen und lernen oft in dieser Weise schneller als durch klassische Konditionierung.

Wir schlagen vor, dass man diese Methode auch sehr gut im Hundetraining anwenden und dadurch die Mensch-Hund-Beziehung verstärken kann.

Der Referent

  • Dr. Ádám Miklósi

    Professor, Leiter der Abteilung für Ethologie an der Eötvös Loránd Universität in Budapest (Ungarn), der größten Forschungsgruppe zum Thema Hund in Europa

Die Fakten

  • Beginn

    09:00 Uhr

  • Ende

    ca. 16:00 Uhr

  • Anerkennung

    Diese Veranstaltung wird von der Tierärztekammer Niedersachsen als Fortbildungsveranstaltung im Rahmen der Hundetrainerzertifizierungen mit 6,0 Stunden anerkannt.

  • Anerkennung

    Diese Veranstaltung wird von der Tierärztekammer Schleswig-Holstein als Fortbildungsveranstaltung im Rahmen der Hundetrainerzertifizierungen mit 6,0 Stunden anerkannt.

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